Frau Giovanna Donnini hat neue Bürozeiten. Statt Do von 15:30 - 17:30 Uhr ist unser Centro-Büro nun immer freitags  von 12:00 - 14:00 Uhr geöffnet.

 

- Dienstag von 10:00 - 14:00 Uhr bleibt wie bisher -

 

*

 

November

Wegen der von der Bayerischen Staatsregierung erlassenen Einschränkungen zur Corona - Vorsorge

entfallen der Stammtisch und der angekündigte Vortrag von Dr. Ernst Schraube über die anatomischen Studien Leonardo da Vincis. Der Vortrag wird im nächsten Programm-Halbjahr nachgeholt.

Auch Cinema Italiano fällt im November aus!

 

Sprachkurse:

 

Wir verfahren wie die VHS und halten unsere Sprachkurse weiterhin als Präsenz-Kurse unter Einhaltung der Corona-Vorsichtsmaßnahmen: Desinfektion der Einrichtung, Maske und Einhaltung des Abstandes. Ein Gerät zur Desinfektion der Hände steht im Eingangsbereich bereit.

Daneben bleibt die Möglichkeit des Online-Unerrichtes über Skype.

 

Dazu eine neue Schlagzeile:

 

Jemand hat die

Società Dante Alighieri Traunstein e.V. beim Landratsamt Traunstein denunziert, im Centro würden, meist gegen 16:00 Uhr bis zu 16 Teilnehmer an Sprachkursen teilnehmen, ohne die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten. Das Landratsamt hat in seiner Anfrage an uns die Quelle anonymisiert. Wir werden Anzeige gegen unbekannt wegen Geschäftsschädigung erstatten. Sind wir schon wieder in Zeiten angelangt, wo der Blockwart oder mißliebige Nachbarn Bürger und Einrichtungen mit erfundenen Behauptungen denunzieren konnten?

 

*

 

Eine Buchempfehlung

 

Während der Musestunden, die uns Corona gelegentlich beschert, bietet sich die Lektüre eines Büchleins aus dem C.H.Beck-Verlag an.

 

Volker Reinhardt GESCHICHTE ITALIENS; 5.aktualisierte Aufl.2019, 127 S., ISBN 978 3 406 75054 0.

 

Volker Reinhardt, geb. 1954, ist Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg.

Das Buch ist trotz seines überschaubaren Umfanges ein kleines Standatwerk der Entstehung und Geschichte des Italienischen Staates.

 

*

Aus Neue Zürcher Zeitung:

Wie ein «Bauerntölpel» Italiens beliebteste Food-Influencerin wurde

Jetzt, da man fast nur noch zu Hause isst, kocht halb Italien die Rezepte von Benedetta Rossi nach.

Marc Zollinger, Rom 16.11.2020, 05.30 Uhr

 

[Na ja, ein nicht gerade charmanter Titel, die Schwyzer halt]

 

Benedetta Rossi setzt auf schlichte Rezepte und hebt sich damit von den distinguierten «Masterchefs» ab.

Italy Photo Press / Imago

Natürlich ist auch ihr fünftes Buch, das dieser Tage erschienen ist, gleich auf dem ersten Platz der Liste der meistverkauften Kochbücher gelandet. Auf dem vierten und sechsten Rang befinden sich zwei ihrer älteren Titel. Benedetta ist eben benedetta! Auf Deutsch: Sie ist «gesegnet». Alles, was Benedetta Rossi anfasst, wird ein Erfolg. Knapp 7 Millionen verfolgen die 48-Jährige auf Facebook.

2 Millionen haben sich auf ihrem Youtube-Kanal eingeschrieben, 3 Millionen auf Instagram. Die gefilmten Rezepte, die sie in diesen Netzwerken zeigt, sind insgesamt 150 Millionen Mal angeklickt worden. Damit ist Rossi mit Abstand die beliebteste Food-Influencerin Italiens.

Schlichte Rezepte

Auf der Suche nach dem Geheimnis ihres Erfolgs kommen die italienischen Medien stets zum gleichen Schluss: Benedetta ist eben Benedetta! Sie ist einfach sich selber. Und diese Benedetta ist trotz ihrer Omnipräsenz in den sozialen Netzwerken ein eher schüchterner Mensch. Wenn sie in die Kameras lächelt, macht sie das immer etwas verlegen. Vor einer Woche war sie auf RAI zu sehen, an einem ihrer höchst seltenen Auftritte im Fernsehen. «Vielleicht ist gerade das meine Stärke», sagte sie, «dass ich mich nie geändert habe, auch wenn all das um mich herum geschehen ist.» Sie meinte: dass ihr der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist.

Benedetta Rossi ist auch deshalb so beliebt, weil ihre Rezepte immer gelingen. Sie sind möglichst schlicht gehalten; einfach nachzukochen, meistens mit Zutaten, die man sowieso im Haushalt hat. Sie ist damit Galaxien von der Welt der «Masterchefs» entfernt – zumeist Männer, die auf der Jagd nach dem genialen Menu die aussergewöhnlichsten Zutaten verwenden und mit möglichst vielen Traditionen brechen. Wenn Benedetta etwas kochen will, holt sie vorher Rat bei Zia Giulietta, ihrer Tante. Sie selber, sagt Benedetta von sich, könne eigentlich gar nicht kochen. «Ma ci provo», sie gebe sich aber Mühe.

Der Ehemann filmt

Da kokettiert sie wohl ein bisschen. Schon als kleines Kind liebte sie es, mit Töpfen und Kochlöffeln zu hantieren, in die sie Sand und Erde füllte. Das Mädchen kopierte dabei die Mutter und die Grossmutter, mit denen sie an der Adriaküste in den Marken auf einem Bauerngut lebte. Als der Hof später in einen Agriturismo verwandelt wurde, wo Gäste essen und übernachten können, half Benedetta in der Küche mit.

Später studierte sie Meeresbiologie und heiratete einen Jungen aus demselben Dorf. Die beiden bauten ein Haus aus dem Familienbesitz in eine bäuerliche Gaststätte um. Benedetta machte dort ihre eigenen Seifen und bekochte die Gäste. Als sie immer häufiger um die Rezepte gebeten wurde, eröffnete sie 2009 einen Kanal auf Youtube. Der Ehemann Marco filmte, notierte die Zutaten und schnitt alles zusammen. Zwei Jahre später verzeichneten die Videos bereits 100 000 Klicks.

Danach schnellten die Zahlen weiter in die Höhe, bis im Jahre 2017 die Internetplattform «Blogmeter» Benedetta Rossi zur Königin der Food-Influencer krönte. Dieses Jahr nun sind die Zahlen gänzlich in astronomischen Höhen angekommen.

In den stürmischen Zeiten von heute, in denen man fast nur noch zu Hause isst, liefert die geerdete Benedetta das perfekte Vorbild.

Zu den absoluten Rennern gehört ihr «pane comodo»; das Brot, das deshalb so praktisch ist, weil es ohne Kneten auskommt. Besonders beliebt ist auch die Schokoladentorte für Kinder oder jetzt gerade die drei Varianten, wie man Marroni zubereiten kann. Während der Zeit des Lockdowns kam Rossi fast jeden Tag mit einem neuen Rezept heraus, um ihre Fans bei Laune zu halten.

Seit Jahren zeigt sich Benedetta Rossi mit dem gleichen Erscheinungsbild: Kurzhaarschnitt, leicht gerötete Wangen, Schürze mit personifizierter Aufschrift und immer freundlich in die Kamera lächelnd. Wenn sie dann am Schluss die Speise selber kostet, nickt sie anerkennend und streckt den aufgerichteten Daumen entgegen. Gäbe es Betty Bossy wirklich, wäre sie wohl wie Benedetta.

Gesunder Menschenverstand als Marketingstrategie

Klar, dass das nicht überall gleich gut ankommt. Sie sei eine «contadinotta», ein Bauerntölpel, schrieb diesen Sommer jemand in die Kommentarspalten. Allerdings nicht in Rossis Netzwerk, sondern in dem ihrer Namensvetterin, der Food-Journalistin Benedetta Parodi. Auch sie zeigt den Italienerinnen und Italienern, wie Kochen geht. Allerdings auf eine distinguierte Weise. Und viel weniger erfolgreich, was die Anzahl Klicks betrifft.

Rossi reagierte darauf mit einem Post auf ihrer eigenen Facebook-Seite. «Ja, ich bin ein Bauerntölpel», schrieb sie. Seit Jahren machten sich die Leute immer wieder über sie lustig. Damit habe sie kein Problem; im Gegenteil. Auf dem beigefügten Bild posierte sie gemeinsam mit ihrer Tante Giulietta, die ein Leben lang Bäuerin war. «Sagt mir», schrieb sie darunter, «gibt es jemanden, der cooler ist als sie?»

«Marketinggenies» hätten sie in den vergangenen Jahren immer wieder mit wohlmeinenden Ratschlägen überhäuft, wie sie ihren Auftritt modernisieren könne, schrieb Rossi weiter. Doch sie habe nie auf diese Leute gehört. Bis heute werden deshalb sämtliche Auftritte in den sozialen Netzwerken von ihr und ihrem Mann gestaltet. Einige wenige gute Freunde helfen gelegentlich aus. Sie schreibt: «Von Beginn weg war ich immer überzeugt davon, dass die beste Marketingstrategie aus dem gesunden Menschenverstand besteht, aus der Kohärenz, dem Respekt gegenüber den Menschen und guter Erziehung.»

In einer höchst komplex gewordenen Welt bietet Benedetta Rossi ihren Fans ein familiäres Zuhause, mit dem sie sich identifizieren können.

Sie hat einen Ehemann, ein Haus, einen Garten, in dem sie Gemüse pflanzt, einen Baum, unter den sie sich in struben Zeiten setzt, keine Kinder, aber (wieder) einen Hund. Nach dem zugelaufenen Mischling Nuvola, der diesen Sommer im Alter von 17 Jahren gestorben ist, gibt es nun den Welpen Cloud aus der Hundepension.

Die rührende Geschichte, wie Benedetta und Marco zum neuen Begleiter gekommen sind und warum er denselben Namen auf Englisch trägt, kennen natürlich alle ihre Fans. Schliesslich genügt es längst nicht mehr, dass Benedetta ihre Follower nur mit Rezepten versorgt. Da braucht es schon auch noch andere Nahrung. Und die gutherzige Influencerin ist da freigebig. Regelmässig veröffentlicht sie Dinge aus dem persönlichen Leben.

Kürzlich blieb es allerdings längere Zeit still. Keine Rezepte, keine Geschichten aus dem Alltag, keine Fotos aus der Kindheit. Nach einigen Tagen meldete Rossi sich dann zurück. «Ich hatte eine mentale Blockade», schrieb sie. Für die neue Staffel im Privatfernsehen musste sie tagelang den Kopf herhalten. «Und dann konnte ich mich selber nicht mehr riechen.» Benedetta ist eben Benedetta.